ÖsterreicherInnen schätzen laut Bundesregierung die Umweltqualität insgesamt positiv ein

20. Dez 2020 • News • Statistik Austria • Marktforschung • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Umwelt & Ökologie • Verkehr & Mobilität

Die ÖsterreicherInnen schätzen die Umweltqualität insgesamt positiv ein, Treibhausgaseffekt und Klimaveränderung sind meistgenannte Probleme. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Bundesregierung.


Die Umweltqualität in Österreich wird von der Bevölkerung überwiegend positiv eingeschätzt, wie eine Erhebung von Statistik Austria im Jahr 2019 ergab. Insbesondere die Trinkwasserqualität, die Wasserqualität der Seen und Flüsse, die Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel sowie die Größe und der Zustand des Grünraums wurden zu jeweils über 90% als gut beurteilt. Im Vergleich zum Jahr 2015 stieg die Zufriedenheit mit der Trinkwasserqualität von 97,3% auf 97,7%, die Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel von 92,9% auf 94% und die Zufriedenheit mit der Luftqualität von 85,6% auf 86,7%. Die Zufriedenheit mit der Wasserqualität von Seen und Flüssen nahm sehr gering von 96,5% auf 96,3% ab und die mit der Größe und dem Zustand des Grünraums von 92,8% auf 91,9%. Die Lärmsituation wurde 2015 noch von 73,0% als gut beurteilt, 2019 sank dieser Wert auf 72,3%. Treibhauseffekt und Klimaveränderung (29,8%) sowie das steigende Verkehrsaufkommen (21,1%) stellen anteilsmäßig das größte Problem für die Befragten dar, gefolgt vom zunehmenden Abfallaufkommen (19,6%) sowie der Zerstörung von Natur und Landschaft (17,4%).

"Trotz bestehender Herausforderungen beim Klima- und Umweltschutz sind die Österreicherinnen und Österreicher mit der Qualität der Umwelt hierzulande sehr zufrieden. 87% sehen diese als gut an. Zudem gewinnen öffentliche Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung: 2011 nutzten 58,2% der Befragten die Öffis, 2015 waren es bereits 61,9% und 2019 schon 65,7%", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Knapp 53% der Österreicherinnen und Österreicher schätzen ihre Lebensqualität als sehr gut und 45% als gut ein, wobei für die Befragten die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Lebensqualität der Gesundheitszustand (80,8%), das soziale Netz (68,4%), die Wohnsituation und das Wohnumfeld (62,6%) sowie der Zustand der natürlichen Umwelt (57,4%) sind.

Frauen greifen häufiger zu umweltfreundlich und sozial verträglich hergestellten Produkten als Männer

Generell gaben Frauen etwas häufiger als Männer an, beim Einkauf auf die Umweltfreundlichkeit und soziale Verträglichkeit von Produkten zu achten. Nahezu alle Personen (98,5%), die beim Kauf auf umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellte Produkte achten, tun dies bei Lebensmitteln. Bei Reinigungsmitteln sind diese Kriterien für 78,4% bedeutend. Differenziert nach Geschlecht zeigt sich, dass umweltfreundlich und sozial verträglich hergestellte Produkte für Frauen insbesondere bei Kosmetika (75,5%, Männer: 40,4%) und Reinigungsmitteln (85,1%, Männer: 70,8%) wichtiger sind als für Männer.

Männer und Frauen suchen im Urlaub nach sauberer Luft, sauberem Wasser und Ruhe

Eine hohe Umweltqualität (saubere Luft, sauberes Wasser und Ruhe) sowie das Angebot an regionalen Produkten gehören für rund 70% der Befragten zu den wichtigsten Beurteilungskriterien bei Urlaubsreisen. Auch die Möglichkeit umweltfreundlich anzureisen bzw. umweltfreundliche Mobilitätsangebote in der Urlaubsregion nutzen zu können sind für rund 40% ausschlaggebend bei der Wahl ihres Urlaubsortes. Nach dem Geschlecht zeigen sich nur geringe Unterschiede in den Angaben. Männer nennen das Kriterium hohe Umweltqualität etwas öfter als Frauen (74,5%, Frauen: 69,8%), dafür ist den Frauen das Angebot an Bioprodukten im Urlaub wichtiger (46,6%, Männer: 42,6%).

Öffentliche Verkehrsmittel bei Männern weniger beliebt

Das Mobilitätsverhalten wies erkennbare Unterschiede auf: Frauen benützten häufiger öffentliche Verkehrsmittel (30,3% täglich oder mehrmals pro Woche) als Männer (27,5% täglich oder mehrmals pro Woche), die dafür häufiger mit dem Auto unterwegs waren als Frauen. Dabei lenkten Frauen deutlich seltener selbst das Auto (55,5% täglich oder mehrmals pro Woche gegenüber 66,5% bei Männern) und waren dafür insgesamt häufiger als Mitfahrende (23,9% täglich oder mehrmals pro Woche) unterwegs als Männer (15,0% täglich oder mehrmals pro Woche).

Das umweltverträglichere Verkehrsverhalten der weiblichen Befragten, welches sich durch die geringere Nutzung des Autos charakterisieren lässt, ist allerdings zumindest zum Teil durch Einflussfaktoren wie geringere Kaufkraft oder auch fehlende Lenkberechtigung – speziell älterer Frauen – erklärbar und nicht ausschließlich auf ein höheres Umweltbewusstsein zurückzuführen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu Umweltbedingungen bzw. Umweltverhalten der Österreicherinnen und Österreicher finden Sie auf unserer Webseite sowie in der Publikation "Umweltbedingungen, Umweltverhalten 2019 (Ergebnisse des Mikrozensus)" (PDF 10,5 MB).